Das Verfahren der Integrativen Therapie ist ein methodenpluraler bio-psycho-sozialer Ansatz, der auf dem Boden neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse aus Entwicklungspsychologie, Neurobiologie und moderner Psychotherapie beständig weiterentwickelt wird.

Die von Hilarion Petzold begründete Integrative Therapie ist eine tiefenpsychologisch und beziehungstheoretisch fundierte Form der Psychotherapie. Basierend auf einem existenz-philosophisch begründeten humanistischen Menschenbild vereinigt sie Elemente der klassischen Gestalttherapie, des Psychodramas und der Psychoanalyse in einem eigenständigen Ansatz zur Methoden-Integration in der Psychotherapie. Sie geht davon aus, dass der Mensch bis in sein innerstes Wesen hinein auf seine Um- und Mitwelt bezogen ist und nur in dieser Bezogenheit verstanden und therapeutisch behandelt werden kann.

Der Mensch wird dabei stets im Kontext und Kontinuum seiner Lebensgeschichte gesehen (systemische Grundlage). Wir können uns also als Produkt unseres Gewordenseins verstehen. Unser Denken und Fühlen, unser Körperempfinden und schließlich unser Verhalten hat einen Grund und zu irgendeiner Zeit in unserer Biografie Sinn gemacht. Es ist das Ergebnis unserer Erlebnisse und Erfahrungen innerhalb unseres Beziehungskontextes im Laufe unseres bisherigen Lebens.

Das Verfahren der Integrativen Therapie wurde in seiner theoretischen Fundierung und seiner praxeologischen Ausformung von Hilarion Petzold (und Kolleginnen) seit 1965 geprägt und begründet. Historisch basiert die IT auf wesentlichen Konzepten der klassischen Gestalttherapie  (Fritz und Lore Perls, Paul Goodman), des Psychodrama (Jakob, Zerka u. Florence Moreno) und der Psychoanalyse (insb. Sandor Ferenczi, Michael Balint und Vladimir Iljine). Sie erweitert diese Ansätze und verbindet sie durch das übergreifende Konzept der Ko-respondenz. Dies bedeutet, dass ein Mensch nicht zu verstehen und zu behandeln ist, wenn er nicht als ko-existierendes Wesen verstanden und behandelt wird, als Wesen, das immer, auch wenn es allein ist, in Beziehung steht und auf Beziehung angewiesen ist.

Die IT beschäftigt sich mit der Integration verdrängter und abgespaltener Gefühls- und Erfahrungsbereiche und geht den vielfältigen Ursachen misslingender Integration nach. Integration bedeutet, die Menschen unter verschiedenen Perspektiven zu sehen (z.B. ihre „innere Dynamik“, ihre Leiblichkeit, ihr soziales Umfeld, ihre Lebensgeschichte) und sie dementsprechend mit unterschiedlichen Methoden zu behandeln.

Somit ist die IT ein sozialwissenschaftlich und tiefenpsychologisch fundiertes ganzheitliches Therapieverfahren.